Wie kann ich als selbständiger Unternehmer oder Firma in der Corona-Krise Hilfe bekommen? Ein möglicher Wegweiser!

1.)  Den Sofortzuschuß des jeweiligen Bundeslandes beantragen. Sehen Sie bitte weiter unten auf dieser Seite unter den allgemeinen Informationen.

2.)  Die bei jeder Unternehmensfinanzierung nötigen Unterlagen beschaffen – Diese sind:

    • die letzten zwei vorliegenden Jahresabschlüsse
    • Die betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) inklusive Summen und Saldenliste für 2019 falls der Jahresabschluss 2019 noch nicht fertig ist
    • Eine möglichst aktuelle BWA für 2020
    • Eine Selbstauskunft der Unternehmensinhaber (kleinere Unternehmen) – hierzu wird normalerweise das Formular der Hausbank benötigt

3.) Die Hausbank auf die unten aufgeführten Kreditmöglichkeiten ansprechen und die Kreditprüfung abwarten.

4.) Sollten Sie keine Hilfe der Hausbank bekommen haben, melden Sie sich bitte bei uns per E-Mail an kontakt@nuernberg-finanzen.de mit dem Verwendungszweck „Hilfe Corona 2020“ und einer kurzen Beschreibung Ihrer Firma, Kontaktdaten, Tätigkeit und Wünsche. Wir versuchen dann einen passenden Finanzierungspartner für Sie zu finden und nehmen schnellstmöglich mit Ihnen Kontakt auf.

5.) Prüfen, wie ich mein Unternehmen kriesensicherer aufstellen kann. Dazu nehmen Sie bitte Kontakt zu unserer benachbarten Unternehmensberatung ruma-consult auf. Auch hier gibt es ein aktuelles Förderpaket in Höhe von 4.000,- Euro.

Allgemeine Informationen:

Corona-Hilfsmaßnahmen: Kredite und Zuschüsse

Die Bundesregierung und die Regierungen der Bundesländer haben umfangreiche Kredit- und Hilfsprogramme ins Leben gerufen, die Unternehmen in der Coronakrise unterstützen sollen. Bei der Vielzahl an Programmen kann schnell der Überblick verloren gehen. Deshalb bieten wir Ihnen hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Anlaufstellen für betroffene Unternehmen.

Es handelt sich bei dem Dokument um eine unverbindliche Information, die erste Anhaltspunkte geben soll. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben übernehmen wir keine Gewähr. Ggf. sollten sich Betroffene für die Themen an rechtliche und/oder steuerliche Fachberater wenden.


KfW-Kredite

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) unterscheidet in:

1) den KfW-Unternehmerkredit für Unternehmen, die länger als fünf Jahre am Markt sind

2) den KfW-Gründerkredit für Unternehmen, die mindestens drei Jahre am Markt sind

3) für noch jüngere Unternehmen kann eine spezielle Form des KfW-Gründerkredits in Frage kommen


Mittelständische Unternehmen können außerdem den neuen KfW-Schnellkredit nutzen. Dieser wird zu 100% durch eine Garantie des Bundes abgesichert. So sollen die Hausbanken die Kreditanträge noch schneller prüfen können. Diese Bedingungen gelten für den Schnellkredit:

– maximaler Kreditbetrag: drei Monatsumsätze des Jahres 2019
– Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten erhalten maximal 500.000 Euro
– Unternehmen mit bis zu 250 Unternehmen erhalten maximal 800.000 Euro
– für Unternehmen die mindestens seit Januar 2019 am Markt sind und entweder 2019 oder im Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2019 einen Gewinn erwirtschaftet  haben
– eine spätere Umwandlung in einen KfW-Kredit mit anderen Bedingungen ist möglich

Die Schnellkredite sollen ab Donnerstag, 09.04.2020, verfügbar sein.

Zum Ablauf: Der Antrag auf einen Kredit wird nicht bei der KfW direkt gestellt, sondern bei der jeweiligen Hausbank. Wer nicht über eine Hausbank verfügt, kann sich an jede beliebige Geschäftsbank, Sparkasse oder Genossenschaftsbank wenden. Diese Banken prüfen die Anträge in einem beschleunigten Verfahren und leiten sie anschließend an die KfW weiter. Sobald die KfW ihre Zustimmung gibt, kann der Kreditbetrag ausgezahlt werden. Die Banken bemühen sich laut eigenen Angaben um eine beschleunigte Bearbeitung. Alle weiteren Informationen gibt es bei der KfW unter: https://www.kfw.de/KfW-Konzern/Newsroom/Aktuelles/KfW-Corona-Hilfe-Unternehmen.html


Kredite und Zuschüsse der Bundesregierung und der Bundesländer für kleine und mittlere Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler

Der Bund hat ein 50 Milliarden Euro schweres Soforthilfe-Programm für Kleinunternehmen und Solo-Selbstständige aufgelegt  (https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Downloads/E/eckpunkte-corona-soforthilfe.pdf?__blob=publicationFile&v=4). Davon profitieren diese wie folgt:

  1. eine Einmalzahlung von bis zu 9.000 Euro für drei Monate erhalten Betriebe mit bis zu fünf Beschäftigten
  2. eine Einmalzahlung von bis zu 15.000 Euro für drei Monate erhalten Betrieb mit bis zu zehn Beschäftigten

Die Verfahren zur Antragstellung werden von den einzelnen Bundesländern (und teilweise deren Kommunen) übernommen. Dabei stocken die Regierungen der Bundesländer die Hilfen des Bundes teilweise noch zusätzlich auf und bieten eigene Hilfsprogramme an. Die Antragstellung ist in allen Bundesländern entweder ab sofort oder spätestens ab dem 01.04. möglich. Hier gibt es die Anlaufstellen, Antragsverfahren und Fristen der einzelnen Bundesländer im Überblick:

Baden-Württemberg: https://wm.baden-wuerttemberg.de/de/service/foerderprogramme-und-aufrufe/liste-foerderprogramme/soforthilfe-corona/

Bayern: https://www.stmwi.bayern.de/soforthilfe-corona/

Berlin: https://www.ibb.de/de/foerderprogramme/liquiditaetshilfen-berlin.html

Brandenburg: https://www.ilb.de/de/wirtschaft/zuschuesse/soforthilfe-corona-brandenburg/

Bremen: https://www.bremen-innovativ.de/corona-info-ticker-fuer-unternehmen/

Hamburg: https://www.hamburg.de/coronavirus/13737132/2020-03-19-bwvi-eckpunkte-schutzschirm/

Hessen: https://www.wibank.de/wibank/corona

Mecklenburg-Vorpommern: https://www.lfi-mv.de/

Niedersachsen: https://www.nbank.de/Blickpunkt/Covid-19-%E2%80%93-Beratung-f%C3%BCr-unsere-Kunden.jsp

Nordrhein-Westfalen: https://www.wirtschaft.nrw/coronavirus-informationen-ansprechpartner

Rheinland-Pfalz: https://mwvlw.rlp.de/de/themen/corona/

Saarland: https://www.saarland.de/

Sachsen: https://www.sab.sachsen.de/f%C3%B6rderprogramme/sie-ben%C3%B6tigen-hilfe-um-ihr-unternehmen-oder-infrastruktur-wieder-aufzubauen/sachsen-hilft-sofort.jsp

Sachsen-Anhalt: https://mw.sachsen-anhalt.de/media/coronavirus/wirtschaft/#c235465

Schleswig-Holstein: https://www.ib-sh.de/infoseite/corona-beratung-fuer-unternehmen/

Thüringen: https://aufbaubank.de/Presse-Aktuelles/Coronavirus-Aktuelle-Informationen-fuer-Unternehmen


Weitere finanzielle Entlastung: Stundungen von Steuern

Das Bundesfinanzministerium teilt mit, dass von der Coronakrise betroffene Unternehmen bis zum 31.12.2020 einen Antrag auf die grundsätzliche, zinsfreie Stundung aller im Jahr 2020 zu leistenden Steuerzahlungen stellen können. Die Finanzbehörden der Länder, die diese Steuern einziehen, sollen keine hohen Anforderungen zur Begründung der Anträge stellen. Diese Maßnahme betrifft die Einkommens- und Körperschaftssteuer sowie die Umsatzsteuer.

Außerdem kann das zuständige Finanzamt auf Antrag des Unternehmens die Vorauszahlungen für Einkommens- und Körperschaftssteuer sowie die Messbeträge für Gewerbesteuer-Vorauszahlungen anpassen. Kann das Unternehmen glaubhaft machen, dass es durch die Coronakrise weniger einnehmen wird, sollen die Beträge schnell herabgesetzt werden. Auf die Vollstreckung von Steuerschulden soll ebenfalls bis Ende 2020 verzichtet werden.

In jedem Fall ist das zuständige Finanzamt der richtige Ansprechpartner für die Anträge auf Steuerstundungen. Weitere Informationen gibt es hier:  https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Schlaglichter/Corona-Schutzschild/2020-03-19-steuerliche-Massnahmen.html